Vorab: Auch der Winter 2024/2025 wird in Österreich wohl wieder als "relativ warmer" Winter eingestuft werden und der Klimawandel ist nach wie vor evident. Und doch werden die Heizkosten bei nahezu allen Heizsystemen höher ausfallen als noch im letzten Winter. Die Preisexplosion aus 2022/2023 wird sich zwar hoffentlich nicht mehr so rasch wiederholen - trotzdem werden die meisten Haushalte nach dieser Heizsaison stöhnen.
Insbesondere im Osten Österreichs gab es bisweilen fast "Normaltemperaturen" - während es im Vorjahr einen extrem warmen Februar gab. Die in den letzten Wintern oft vorherrschenden langen Wärmephasen sind bisweilen ziemlich ausgeblieben und derzeit sieht es im Osten weiterhin nach Frost aus...
Wer mit Strom heizt oder diesen als Antrieb für Wärmepumpen benutzt (wird immer populärer) muss gleich mehrere Komponenten beachten, welche sich preistreibend auswirken:
Die Strompreise sind im Jahresvergleich kräftig angestiegen (auch, weil die Wasserkraft heuer deutlich weniger hergibt als noch im letzten Winter) - der Strompreisindex ÖSPI/Monat (wird oft für Anpassungen herangezogen) zog z.B. von Februar 24 auf Februar 25 um fette 38,3% an.
Der Anstieg wirkt sich zwar oft erst verzögert via Preiserhöhung aus (je nach Vertragsbedingungen), kommt aber bestimmt. Hinzu kommen auch noch per 1.1.2025 massiv gestiegene Netzkosten.
Aus der -vergleichsweise- kälteren Witterung resultiert bei allen Heizformen auch ein Mehrverbrauch gegenüber dem Vorjahr - hohe Nachzahlungen anlässlich der Jahresabrechnung sind also recht wahrscheinlich.
Die gestiegenen Strompreise werden für viele Menschen (die sich bisweilen nicht sehr für ihren Stromtarif interessiert haben) 2025 auch dadurch schmerzlich sichtbar weil mit Jahresende 2024 auch die staatliche "Strompreisbremse" ausgelaufen ist.
Anlässlich der Lektüre der nächsten Jahresabrechnung ist somit wohl "Niedersetzen" zu empfehlen...
Auch ein Anbieterwechsel (siehe Links bei den Linktipps) oder die Installation einer Photovoltaikanlage sei empfohlen - NOCH gibt es neue PV-Anlagen ohne Mehrwertsteuer...
Schon im Frühjahr (Schneeschmelze, mehr Sonne) sollten sich dann aber die Strompreise wieder etwas beruhigen - nach wie vor ist der derzeit hohe Gasanteil im heimischen Strommix ein Preistreiber.
Wer noch nicht aus Gas ausgestiegen ist (oft kann man dies leider nicht selbst bestimmen) muss 2025 ebenso mit hohen Nachzahlungen rechnen.
Der Gaspreisindex ÖGPI/Monat ist im Jahresabstand 2/24 auf 2/25 um fette 57,6% angezogen und ein weiterer Anstieg im Jahresverlauf ist zu erwarten.
Fiel der letzte Winter noch harmlos aus und die Gaslagerstätten waren nach dem Winter noch ziemlich voll (bzw. lieferten auch noch die Russen laufend Gas), so sieht das Mitte Februar 2025 schon anders aus:
Die heimischen Gasspeicherstätten halten aktuell bei einem Füllstand von rund 57%, was rund 58 TWh Gas entspricht. Im Vorjahr waren da zur gleichen Zeit noch 78 TWh gespeichert und kaum Verbrauch vorhanden während heuer bzw. aktuell die Entnahme deutlich ist.
Auch wenn die Versorgung mit Gas in Österreich aktuell überhaupt kein Problem darstellt und sich die Gaslagerstätten über den Sommer 2025 wieder deutlich füllen sollten: Diese füllen sich dann mit den aktuellen Preisen und die sind (mit derzeit rund 55 bis 60 Euro pro MWh) deutlich höher als noch im Vorjahr...
Zu der steigenden Preistendenz (die sich teilweise auch erst 2026 auswirken wird) kommt auch noch ein Mehrverbrauch ob zumeist kälterer Witterung, sowie auch deutlich gestiegene Netzkosten.
Auch bei Gas gilt: Günstige Anbieter suchen und eventuell Anbieter wechseln. Idealerweise aus Gas aussteigen.
Während der Gaspreis in Europa deutlich angezogen ist, hat sich der Ölpreis 2024 eher seitwärts bewegt.
Die Schwäche der Weltwirtschaft hat den Ölpreis in Zaum gehalten und erstaunlicherweise kann man Heizöl im Februar 2025 sogar etwas günstiger einkaufen als noch vor 12 Monaten: ca. 127 Euro pro 100 Liter waren im Vorjahr zu zahlen, derzeit kriegt man die gleiche Menge um ca. 118 Euro.
Im Herbst 2024 konnte man Heizöl sogar zwischen 105 und 110 Euro einlagern, Dezember und Jänner ging es dann etwas rauf.
Prognosen bezüglich Heizölpreis sind sowieso schwierig - fix ist aber, dass es sich bei Heizen mit Öl um die wohl teuerste Heizform handelt.
Ob des in den meisten Regionen Österreichs doch kälteren Winters wird aber wohl 2025 das Nachtanken wohl trotzdem teurer werden als noch 2024.
Griffen sich Menschen mit Holz- oder Pelletsofen 2022 und 2023 noch aufs Hirn, so haben sich hier die Preise 2024 deutlich beruhigt und sind wieder auf relativ normales Niveau (wiewohl natürlich höher als noch 2021) zurückgekehrt.
Die Eigenversorgungsmöglichkeit Österreichs ist hier sicher als Vorteil zu sehen (keine Abhängigkeit von internationalen Märkten und Entwicklungen) und daraus resultierten 2024 primär Preissenkungen bei Holz und Pellets.
Lt. Verband proPellets kostete im Jänner 2024 eine Tonne Pellets noch 350 Euro, im Jänner 2025 war diese um 299 Euro zu kriegen. Die Preisentwicklung von Pellets kann man übrigens zukünftig unter Preise Pellets Österreich beobachten.
Beim Preisvergleich von Brennholz in den Baumärkten zeigt sich im Vergleich zu 2022 oft eine Halbierung (da war aber "Panikzeit"), 2023 gingen die Preise schon runter und 2024 war die Tendenz weiter leicht fallend.
2025 dürften sich die Preise nun einpendeln - die "Hamsterkäufe" sind dann wohl verheizt und die Produktion in den heimischen Wäldern (sowie auch in den Nachbarländern) dürfte sich wieder normalisiert haben.
So Sie die Preisentwicklung von Brennholz interessiert, werden Sie hier fündig: Preisvergleich Brennholz
Bei der Fernwärme wird es wohl auch 2025 zu deutlich Preisanstiegen kommen - sehr oft ist da ja auch viel Gas im Einsatz. Ein Mehrverbrauch ist auch hier vielerorts zu erwarten.
In Summe ist also anzunehmen, dass 2025 auf die meisten Haushalte kräftige Zusatzkosten bezüglich Heizen (plus Warmwasser) resultieren - was dann auch die Inflationsrate wieder antreiben wird.
Geldmarie-Linktipps:
Ad hoc-Meldung - Februar 2025