Eine Münze, die bei Sammlern (und bei Auktionen) immer wieder nette Preise einbringt und welche durchaus auf eine wechselhafte Geschichte zurückblickt, ist der "Morgan-Dollar".
Dabei handelt es sich um eine Silbermünze aus den USA, welche von 1878 bis 1904, dann nochmals 1921 und wieder ab 2021 (2022 pandemiebedingt nicht, da gibt es z.B. solche Stücke der Fiji-Inseln...) in den USA hergestellt wurde. Wie der Name schon verrät, beträgt der Nominalwert einen US-Dollar.
Benannt ist die Münze nach ihrem Medailleur: George D. Morgan.
Die Silbermünzen zeigt auf einer Seite die Freiheitsgöttin "Liberty", auf der Seite mit der Wertangabe "1 Dollar" ist ein Adler abgebildet.
Der Silber-Dollar besteht zu 900/1000 Teilen aus Silber und der Rest (100/1000) aus Kupfer. Ein Morgan-Dollar wiegt 26,73 Gramm, hat einen Durchmesser von 38,1 mm und ist 2,4 mm dick. Die Neuauflagen ab 2021 haben einen (höheren) Feingehalt von 999/1000.
Die Münzen wurden in 5 amerikanischen Prägestätten hergestellt. Aus welcher Münzstätte der betreffende Dollar stammt, ersieht man an Buchstaben, welche sich über dem "DO" von "Dollar" finden. Oder auch nicht: Denn ist kein Münzzeichen vorhanden, stammt die Münze aus der Prägestätte in Philadelphia. Ist ein "CC" vorhanden, wurde die Münze in Carson City geprägt. "S" steht für San Francisco, "O" für New Orleans und Münzen mit "D" stammen aus Denver.
Sehr bald nach der Einführung des Morgan-Dollars war die Silbermünze nicht mehr sehr stark nachgefragt und im Laufe der Zeit blieben somit viele Münzen im Schatzamt der USA eingelagert/liegen. Fallende Silberpreise (trotz hoher Ankäufe von den Silberminen, welche man unterstützen wollte - daraus resultierte den USA ein hoher Verlust), weiterhin hohe Prägeauflagen und wenig Nachfrage (im Ausland wurden die Münzen mit Abschlag gehandelt) ließen den Morgan-Dollar bald zum Ladenhüter verkommen.
1921 wurde der Morgan-Dollar dann vom Peace-Dollar abgelöst und fristete dann vielfach ein Dasein im Schatzamt.
Erst in den späten 1960ern wurden die Silberlinge wieder an Banken und folglich auch an Sammler ausgegeben und in den nächsten Jahrzehnten entwickelten sich insbesondere seltene geprägte Jahrgänge einer Münzstätte (Münzstätten und Buchstaben dieser siehe oben) plötzlich zum begehrten Sammelobjekt, welches nunmehr weit teurer war als der reine Silberpreis. Wohl sind auch nur noch (geschätzte) 10% der seinerzeitigen Auflagen in Sammlerhänden - so manche Münze wurde wohl wieder eingeschmolzen. Genaue Daten haben wir diesbezüglich aber nicht gefunden und wird es wohl auch nicht geben...
So ergab es sich, dass z.B. die Münzen des Jahrgangs 1893 mit einem "S" (für San Francisco) besonders hohe Preise erzielten - die Auflage lag dort bei bescheidenen 100.000 Stück. So mancher Betrüger kam demnach auf die Idee, den prägestättenlosen Münzen aus Philadelphia ein "S" hinzuzufügen und kräftig abzukassieren. Fälschungen werden wohl auch heute noch im Umlauf sein - also Vorsicht, so Sie sich einen teuren Morgan-Dollar zulegen wollen. Mehr dazu bei den Linktipps!
Im Februar sowie im März 2025 haben wir einige Auktionen von Morgan-Dollars bei Ebay beobachtet und erstaunt festgestellt, dass es damit (insbesondere wohl in den USA) regen Handel gibt. Einige Auktionsergebnisse sind somit weiter unten aufgeführt - ob der Menge an geprägten Jahrgängen und den unterschiedlichen Münzstätten besteht hier natürlich kein Anspruch auf Vollständigkeit.
Erfasst wurden hier nur Münzen mit Preisen von über 500 Euro - das trifft ohnehin auf sehr viele Morgan-Silberlinge zu. Der Preis pro Unze Silber lag im Erfassungszeitraum bei ca. 30 Euro - und der Morgan-Dollar bringt bezüglich Silberanteil gerade einmal rund 2/3 Unzen auf die Waage...
Weiter unten dann auch noch Auktionen von Prägungen ab 2021 (Silber 999/1000).
Prägejahr | Prägezeichen | Datum | Euro |
---|---|---|---|
1878 | CC | 02.2025 | 523, 585, 655 |
1879 | CC | 02.2025 | 859 |
1880 | O | 02.2025 | 669 |
1880 | CC | 02.2025 | 584, 604, 669, 821 |
1881 | CC | 02.2025 | 546, 646, 627 |
1882 | CC | 02.2025 | 579 |
1884 | CC | 02.2025 | 603 |
1885 | CC | 02.2025 | 770, 770, 813, 819, 827, 961 |
1886 | - | 02.2025 | 580 |
1889 | CC | 02.2025 | 1.220 |
1890 | - | 02.2025 | 3.395 |
1891 | CC | 02.2025 | 632, 919 |
1891 | S | 02.2025 | 1.609 |
1892 | O | 02.2025 | 764, 870 |
1892 | S | 02.2025 | 1.576 |
1893 | - | 02.2025 | 959, 1.015, 2.101 |
1893 | CC | 02.2025 | 496, 507, 1.382 |
1893 | O | 02.2025 | 784 |
1894 | S | 02.2025 | 918 |
1895 | O | 02.2025 | 487, 654, 1.076 |
1895 | S | 02.2025 | 499, 2.125 |
1896 | O | 02.2025 | 1.130 |
1897 | O | 02.2025 | 897 |
1897 | S | 02.2025 | 703 |
1899 | - | 02.2025 | 1.075 |
1899 | O | 02.2025 | 824 |
Prägestätten: - (kein Zeichen) = Philadelphia, CC = Carson City, S = San Francisco, O = New Orleans, D = Denver.
Prägejahr | Prägezeichen | Datum | Euro |
---|---|---|---|
1901 | S | 02.2025 | 1.338 |
1901 | - | 02.2025 | 2.917, 6.272 |
1903 | O | 02.2025 | 670, 702 |
1903 | S | 02.2025 | 632 |
1904 | S | 02.2025 | 601, 1.570 |
Prägestätten: - (kein Zeichen) = Philadelphia, CC = Carson City, S = San Francisco, O = New Orleans, D = Denver.
Man sieht: So mancher Jahrgang mit wenig Auflage pro Prägestätte bringt mehrere tausend Euro ein. Neben der Auflagenhöhe/Prägestätte ist natürlich auch der Erhaltungszustand der Münzen relevant. Da viele Münzen nie im Umlauf waren, ist dieser häufig durchaus gut bis sehr schön.
Insbesondere eine gute Bewertung durch ein "Grading Service" (z.B. NGC, PCGS) erhöht den Wert mancher Münzen deutlich und erklärt auch den oft hohen Unterschied zu nicht "offiziell" bewerteten Münzen. Bei US-Münzen ist das "Grading" besonders wichtig bzw. populär.
Auch die neuen Morgan-Dollars in Silber haben wir zuhauf auf Ebay gefunden. Diese kosten zwar nicht derart viel wie die alten Kollegen - trotzdem sind diese Exemplare etwas teurer als deren reiner Silberwert beträgt bzw. auch teurer, als vergleichsweile Anlagemünzen in Silber. Etwas höhere Preise resultieren aber auch aus der Tatsache, dass es sich dabei um Polierte Platten (oft auch mit Etuis und Umkarton) handelt.
Die Neuprägungen werden in den Varianten "Uncirculated", "Proof" und "Reverse Proof" verkauft.
Beachten Sie, dass der Jahrgang 2022 in den USA ob Lieferkettenproblemen nicht hergestellt wurde - auf den Fiji-Inseln witterte man da gutes Geschäft und prägte Münzen mit diesem Jahr. Auch von diesen "Schummel-Morgan-Dollars" haben wir zwecks Infos Auktionsergebnisse erfasst.
Prägejahr | Prägezeichen | Datum | Euro |
---|---|---|---|
2021 | S | 02.2025 | 131, 146, 176 |
2021 | - | 02.2025 | 46, 48, 54 |
2021 | O | 02.2025 | 166 |
2022 | Fiji-D* | 02.2025 | 124 |
2022 | Fiji-S* | 02.2025 | 133 |
2023 | - | 02.2025 | 68, 70, 74, 88 |
2024 | - | 02.2025 | 96 |
*2022 keine Prägungen USA - Fiji-Inseln-"Nachprägung"
Geldmarie-Linktipps: